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Leipzig - Näher dran 03_2015

9 ➸ Interview Es geht darum, ein stück weit frei zu werden vom Alltag. » « Yadegar Asisi ist ein ungewöhnli- cher Künstler: Er schuf sich seinen eigenen Ausstellungsort in Form des Panometers Leipzig. Hier stellt er seine riesigen, aus Fotos kom- ponierten Rundbilder aus. In dem ehemaligen Gasometer wird ab dem 3. Oktober das „Great Barrier Reef“ zu sehen sein. Nach Everest, Rom 312 oder Leipzig 1813 kommt nun ein Riff. Wie entscheiden Sie sich für Ihre Sujets? Das Thema muss mich interes- sieren. Doch das reicht nicht. Ich brauche eine Bildidee. Ohne geht es nicht. Ich stelle allerdings fest, dass ich mich auf vier Gebiete fokussiere. Das sind zunächst die Stadtveduten. Hier geht es nicht zuerst um die Städte, sondern vielmehr um die Darstel- lung der Kulturgeschichte der Menschheit anhand bestimmter Ereignis- se. Ein zweiter Kreis ist die Natur. Das Panorama ist eine andere Art, darüber zu sprechen. Bei einem Dokumentarfilm kann man wegschauen. In den Panoramen stehen Sie drin. Das berührt die Menschen auf ganz eigentümliche Art. Dann gibt es noch die Panoramen zur Zeitgeschichte wie „Die Mauer“ oder „Dresden 1945“. Das vierte Thema beschäftigt sich mit der Wahrnehmung. Bis jetzt existiert das allerdings nur als Idee. Das Great Barrier Reef ist Ihr erstes Unterwasserbild. Inwiefern hat sich die Entstehung von der anderer Panoramen unterschieden? Ich hatte es hier einfach mit einer Umgebung zu tun, in der wir uns sonst nicht bewegen. Von einem erfahrenen Dokumentarfilmer habe ich mich fünf Wochen lang an die besten Plätze bringen lassen und rund 50.000 Auf- nahmen unter Wasser gemacht. Ich verdichte in meinen Panoramen immer, stelle also etwas zusammen. Das, was man in der Ausstellung sieht, ist nicht das, was man in dieser Komposition in der Realität sehen würde. Im Ozean ist es noch spezieller, denn die Sicht ist hier sehr ein- geschränkt. Ich wollte, dass das „Riff“ das auch vermittelt, aber trotzdem genug zu sehen ist. Inzwischen gibt es Ausstellungen Ihrer Panoramen unter anderem in Dresden, Berlin und Rouen. Hat Leipzig dennoch eine Sonderstellung? Natürlich: Hier hat alles angefangen. Das hat eine ganz persönliche Bedeutung für mich. Ich wusste nicht, was es heißt, Kultur ganz allein zu machen. Aber auch darüber hinaus hat das Panometer Leipzig eine Sonderstellung: Es wird in den nächsten Jahren das Premierenhaus sein. Die meisten meiner Panoramen werden hier zuerst ausgestellt. Das „Riff“ macht den Anfang, dann kommt jedes Jahr ein neues. ♥ www.asisi.de Das Premierenhaus der Panoramen zu werden vom Alltag und die Gedan- ken schweifen zu lassen“, erklärt Eva Maria Hoyer. Im Eingangsbereich war- tet seit Juli eine interaktive Videoins- tallation auf die Kinder. Dabei werden Ausstellungsgegenstände an die Wand projiziert. Eine Kamera nimmt die Be- wegungen der Kinder auf und über- trägt sie auf die Figuren, sodass diese in die Skulptur hineinschlüpfen und sie steuern können. „Ich habe allerdings auch schon viele Erwachsene gese- hen, die an diesem Spiel großen Spaß hatten“, schmunzelt Eva Maria Hoyer. „Es ist eine völlig neue Form, auf den Besucher zuzugehen und ihm einen Umgang mit den Objekten zu ermög- lichen. Das fördert natürlich die

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