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Leipzig - Näher dran 03_2015 - Ein Leben mit und für den Thomanerchor

26 Ein Leben mit und für den Thomanerchor Persönlich: Gotthold Schwarz „Der Thomanerchor begleitet mich fast ein Leben lang und ich betrachte unsere Verbindung als eine Fügung. Aktuell erlebe ich wohl die Phase der engsten Zusammenarbeit“, erzählt Gotthold Schwarz, der bis voraussicht- lich Ende März 2016 interimistischer Thomaskantor ist. Dieser Aufgabe hat er sich in den vergangenen 23 Jahren mehrfach gewidmet, so nach dem Aus- scheiden von Hans-Joachim Rotzsch aus dem Amt (1991) sowie mehrfach und über längere Zeiträume hinweg bei Erkrankungen von Georg Chris- toph Biller (Thomaskantor von 1992 bis Ende Januar 2015). Während Gotthold Schwarz im Probenraum des Alumnats mit Blick auf eine Bildergalerie ehemaliger Tho- maskantoren sitzt, erzählt er von den Anfängen der lebensbegleitenden Be- ziehung. „Als der Thomanerchor in meiner Heimatstadt Zwickau aufge- treten ist, hat mein Vater mich Tho- maskantor Erhard Mauersberger vor- gestellt. Dieser sagte mir einen Platz zu und als Zwölfjähriger wurde ich lautet das Ziel, die Kirchenmusik le- bendig zu halten. Die Thomaskirche ist kein Museum, sondern ein Ort, an dem wir der Gottesdienst- und Konzertge- meinde mit Musik und Texten zeitlose und frohmachende Glaubensaussagen zu Gehör bringen.“ Der gefragte Oratoriensänger, Chor- leiter und Dirigent konzertierte in den letzten Jahren in bedeutenden Musik- zentren weltweit. Wahrscheinlich ver- leihen ihm diese Erfahrungen heute die Gelassenheit, sich weder von großen Vorgängern noch von Interimslösungen aus der Ruhe bringen zu lassen. „Was ich tue, geschieht mit vollem Engage- ment und Herzblut. Auch den Knaben vermittle ich hoffentlich eine gute Mi- schung aus Verantwortungsbewusst- sein, Freude bei der Sache und einem gesunden Sinn für Ablenkung. Rege- neration ist ganz wichtig, denn den größten Druck machen sich die Kinder selber“, berichtet Schwarz und blickt lächelnd auf seine Schützlinge, die auf der Wiese ausgelassen Fußball spielen. ♥ www.thomanerchor.de aufgenommen. Obwohl ich von Beginn an eine starke Verbindung spürte, hol- ten mich meine Eltern wegen starken Heimwehs wieder nach Hause.“ Spä- ter folgten nach einer Buchhändlerleh- re das Kirchenmusik- und Gesangs- studium an der Kirchenmusikschule Dresden und an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Bereits damals setzte sich der gemeinsame Weg fort: „Manchmal durfte ich Thomasorganist Hannes Kästner vertreten und sang als Solist in den Kantatenaufführungen der Tho- maner“, erinnert sich der 63-Jährige. das bestmögliche als maxime Seit 1979 ist Gotthold Schwarz Stimm- bildner im Thomanerchor und arbeitet eng mit den Kindern und Jugendlichen zusammen. „Jede Stimme hat eine ei- gene Charakteristik – diese gilt es zu fördern. In meiner Arbeit mit den Knaben ist es mir wichtig, dass jeder entsprechend seinen Begabungen das Bestmögliche erreicht. Für den Chor

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