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Leipzig - Näher dran 03_2015

19 » Aus Tausenden Kerzen bilden die Besucher des Lichtfests eine leuchtende „89“. sächlich blieb alles friedlich und der 9. Oktober 1989 ging als das „Wunder von Leipzig“ in die Geschichtsbücher ein. Mehr noch: An diesem Tag berei- teten die mutigen Bürger Leipzigs dem Ende der DDR den Weg. Einen Monat später fiel die Mauer. Und am 31. Au- gust 1990 unterzeichneten der dama- lige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär Günther Krause den Vertrag über die deutsche Einheit. Auch 25 Jahre nach dem politi- schen Schulterschluss beider deut- scher Staaten ist die Erinnerung an den Herbst ’89 in Leipzig ungebrochen. Mit Ausstellungen, Podiumsdiskussio- nen, Filmvorführungen, Lesungen und vielen anderen Formaten erreicht ein großes Angebot an Veranstaltungen zahllose Besucher aller Generationen. Im Mittelpunkt steht natürlich der 9. Oktober mit dem Friedensgebet und der Rede zur Demokratie in der Niko- laikirche sowie dem Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz. Die Besucher des Lichtfests erwar- tet in diesem Jahr sowohl Bekanntes als auch Neues. „Nachdem wir uns in den letzten Jahren mit dem Streben nach Freiheit und Demokratie in der DDR und in anderen osteuropäischen Staa- ten auseinandergesetzt haben, richten wir den Blick nun nach innen“, erläutert der künstlerische Leiter Jürgen Meier. „Nicht mehr das politische große Gan- ze soll im Fokus stehen, sondern der Einzelne, das Individuum. Wie erging es den Menschen in ihren jeweiligen Kontexten? Was haben sie gefühlt? Was erhofft?“, fährt Meier fort. „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit?“ lautet in diesem Jahr das Motto, das den inhalt- lichen Rahmen des Abends vorgibt. Prominente Teilnehmer Die Ideale der Französischen Revolu- tion klingen hier an. 200 Jahre zuvor hatten sie das Ende der Monarchie blutig durchgesetzt. Eine friedliche Grundordnung „freier, gleicher Brü- der“ entstand in Frankreich damals zunächst nicht. Anders in Deutsch- land? Welche Ideale des Herbstes ’89 wurden verwirklicht, welche nicht? Kritisch hinterfragend nähert sich das Lichtfest Leipzig 2015 einer Antwort. „Den Akteuren der Friedlichen Revolution habe ich fast alles zu verdanken, was schön und wichtig ist in meinem Leben. Die Teilnahme am Lichtfest ist für mich die beste Gelegenheit, Danke zu sagen.“ Florian Lukas Für die Umsetzung konnte die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, die das Lichtfest seit 2009 in dieser Form veranstaltet, erneut pro- minente Mitstreiter gewinnen: Der Schauspieler Florian Lukas schlüpft stellvertretend in die Rolle derer, die zurückblicken. Vor dem Hintergrund historischen Ton- und Bildmaterials rezitiert er literarische Textpassagen. Aktuelle Bezüge dazu stellen die von der Journalistin und TV-Moderatorin Pinar Atalay vorgetragenen Nachrich- ten her. Dafür entsteht auf der Bühne ein Fernsehstudio. Als dritter Pro- tagonist repräsentiert der Chor der Oper Leipzig unter der Leitung von Alessandro Zuppardo das „Wir“, die Gesellschaft. Er schafft ein Gegenge- wicht zu persönlicher Rückschau und schnelllebigen Nachrichten. Im Wech- selspiel von historischen und aktuellen Bildern, Texten und Musik entsteht ein spannungsreiches Panorama. Natürlich sind die Besucher des Lichtfestes auch in diesem Jahr herz- lich eingeladen, aus Tausenden Kerzen eine leuchtende „89“ zu bilden. ♥ www.lichtfest.leipziger-freiheit.de

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