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Leipzig - Näher dran 04_2013

26 Ich wollte immer etwas Nachhaltiges gestalten Leipziger Köpfe „Wir werden letzten Endes nur schüt- zen, was wir lieben, und wir werden nur lieben, was wir kennen.“ Dieser kenianische Ausspruch ist für Prof. Dr. Jörg Junhold, Geschäftsführer und Direktor des Zoo Leipzig, zum Credo geworden – auch und besonders im verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und dem Artenschutz. Seit November 1997 leitet Junhold die Geschicke des traditionsreichen Tiergartens, der bereits 1878 eröffnet wurde. „Bereits kurz nach meinem Amtsantritt befasste sich eine von mir geleitete interne Arbeitsgruppe sehr in- tensiv mit den Plänen zum Zoo der Zu- kunft. Der Zoo Leipzig hat als alter Zoo schon viele Phasen der Erweiterung und Neugestaltung hinter sich und folgte damit jeweils den Kenntnissen seiner Zeit“, erklärt der 49-Jährige. Masterplan soll 2020 realisiert sein Seit dem Jahr 2000 wird der Leipziger Tiergarten kontinuierlich in diesen Zoo der Zukunft verwandelt. Mit Löwen- savanne, Pongoland, Tiger-Taiga und natürlich dem Gondwanaland wurde die Attraktivität nicht nur für die Be- Doppelbelastung erkannte ich in die- ser Präsidentschaft auch die einmalige Chance, für die Interessen der Zooge- meinschaft eintreten und diese mit- gestalten zu können“, meint Junhold. Und das hat er getan. Zuchtprogram- me zum Erhalt bedrohter Tierarten werden dank seiner Tätigkeit auch weltweit vernetzt. Am 17. Oktober übergab der Leipziger die Präsident- schaft schließlich an den US-Amerika- ner Lee Ehmke. Nachhaltigkeit als Ziel „Eigentlich wollte ich immer etwas Nachhaltiges gestalten“, meint Jun- hold. „Diese Möglichkeit sah ich frü- her aber in dem Beruf Architekt“, schmunzelt er. „Durch den Bauernhof meiner Großeltern bin ich auch mit Tieren groß geworden und ich kannte die Arbeit als Tierarzt durch meinen Vater, der eine Praxis hatte. Da ich aufgrund der damaligen Rahmenbe- dingungen Grenzen in meiner Entfal- tung als Architekt sah, studierte ich Veterinärmedizin.“ Glücklicherweise. Denn Nachhaltigkeit hat diese Ent- scheidung sicher gebracht. wohner, sondern auch für die Besu- cher deutlich erhöht. „Die Tiere fühlen sich in ihren naturnahen Lebensräu- men wohl und der Besucher erfährt auf seinem Spaziergang ein sinnliches Naturerlebnis. Der Zoo Leipzig gehört nicht umsonst zu den modernsten und innovativsten Tiergärten der Welt“, so Junhold. Bis 2020 soll der Masterplan vollständig realisiert sein. Doch das ist längst nicht alles, was den engagierten Zoodirektor umtreibt. Seit Oktober 2011 stand er dem Welt- zooverband WAZA (World Association of Zoos and Aquariums) als Präsident vor – ein Ritterschlag für den Veterinär- mediziner. „Dass die Kollegen aus aller Welt das Amt an mich, den Leipziger Zoodirektor, vergeben haben, war für mich persönlich und für das gesamte Team des Zoo Leipzig eine hohe Aner- kennung. Ich war wirklich stolz.“ Die WAZA-Präsidentschaft führte ihn wäh- rend der vergangenen zwei Jahre auf fast alle Kontinente. Etwa ein Drittel seiner Zeit verbrachte der passionierte Artenschützer dabei außerhalb von Leipzig und damit natürlich auch fernab vom eigenen Bauernhof am Stadtrand und der Familie. „Trotz Engagement im Artenschutz » Prof. Dr. Jörg Junhold vertritt den Zoo Leipzig in zahlreichen Verbänden. Die Stiftung Arten- schutz und die Wild Chim- panzee Foundation sind dabei nur einige, die sich mit seiner Passion – dem Artenschutz – befassen. Als Präsident des Weltzooverbandes (WAZA) gelang es dem Leipziger, hoffnungsvolle Projekte zum Schutz bedrohter Tierarten anzustoßen und weltweit zu verzahnen.

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