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Leipzig - Näher dran 04_2013

18 Bilder voller Geheimnisse Wolfgang Joop ist nicht nur Modeschöpfer. Er ist zugleich Künstler und ein leidenschaftlicher Sammler der Werke Richard Müllers. Das Museum der bildenden Künste zeigt derzeit ausgewählte Arbeiten. Im Interview spricht Wolfgang Joop über Ideale, Werte und Inspirationsquellen seines Schaffens. Wolfgang Joop im Gespräch Was fasziniert Sie an den Werken Richard Müllers? Seine Bilder nehmen mir den Atem. Er malt genau, sezierend ge- nau. Und auch seine Direktheit be- rührt mich. Zum Beispiel malte er Jesus nicht als blonden Sieger, wie es damals gern gesehen wurde. Er zeigte den Juden, den Verratenen. Können Sie sich noch an Ihre erste Begegnung erinnern? Das war Anfang der 70er-Jahre in der Galerie Brockstedt. Dort hing Müllers „Weiblicher Akt“. Sein Stil faszinierte mich sofort. Ich habe das Bild gekauft, obwohl ich damals noch nicht einmal eine Wand hatte, um es aufzuhängen. Und ich wollte mehr über diesen Künstler erfah- ren. Doch da gab es nichts. Richard Müller war in der Kunstgeschichte schlicht durchgefallen. Was war der Grund dafür? Seine Werke waren für die dama- lige Zeit nicht schockierend genug. Fest verwurzelt in der deutschen Tradition eines Dürer pflegte er einen akademischen Malstil, sehr sachlich, fast schon fotorealistisch. Auch seine Sujets scheinen auf den ersten Blick bekannt. Erst bei genauerem Hin- sehen enthüllen die Werke ihre Ge- heimnisse. Überall finden sich Meta- phern, Zitate und Querverweise. Die Arbeiten Richard Müllers wie auch Ihre eigenen sind handwerklich sehr versiert, erinnern an die alten » Richard Müller: Circe (1933), Öl auf Leinwand

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