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Leipzig - Näher dran 04_2013

14 Das Deckengemälde zeigt Bildthemen der antiken Mythologie und ist das Herzstück des großen Saals. » Prunkvolles Kleinod Hôtel de Pologne liebevoll restauriert Knapp drei Jahre war das einstige „Hôtel de Pologne“ in der Hainstraße durch Baugerüste und Planen ver- hüllt. Nun erstrahlt das Gebäude – so- wohl außen als auch innen – in neu- em Glanz. Das Herzstück des Hotels, das seinen Namen dem Besuch des polnischen Königs Leszynski 1706 verdankt, bilden drei prachtvolle Ball- säle im neobarocken Stil. Vergoldete Stuckaturen, Freihandmalerei, ein opulentes Deckengemälde – die Säle waren zur damaligen Zeit die prunk- vollsten der Stadt. Doch der Prunk verblasste mit den Jahren. So wurden die Räumlichkeiten während des Zweiten Weltkrieges als Soldatenheim genutzt. In der DDR ver- abschiedete man sich schließlich ganz vom Großbürgertum, ließ den Prag- matismus walten. „Der Stuck wird auf ein sinnvolles Maß reduziert“, hieß es in den damaligen Unterlagen, die eine künftige Nutzung als Messeamtskantine bescheinigten. Die einst großzügigen Wandvertäfelungen wurden lieblos mit grüner und brauner Farbe überstri- chen, die Stuckverzierungen abgeris- sen, Fliesen hochgezogen. Nach 1992 blieb das Gebäude gänzlich ungenutzt. MÜhevolle Rekonstruktion 2009 erwarb die Leipziger Stadtbau AG die Immobilie und schrieb sich auf die Fahnen, das unter Denkmal- schutz stehende historische Kleinod wiederherzurichten. Nach einjährigen Befunduntersuchungen begann 2010 schließlich die Restaurierung des gro- ßen Saales. „Insgesamt 13 Farbschich- ten mussten während der Restauration abgetragen werden, um den eigentli- chen Farbton wieder zum Vorschein zu bringen“, erzählt Carsten Gebhardt von der Stadtbau AG. Für insgesamt 18 Millionen Euro wurde die historische Perle mithilfe von Stadt, Freistaat und Bund res- tauriert und wiederbelebt. „Natürlich war es ein großes Wagnis. Aber das Gebäude ist eines der kunstgeschicht- lich bedeutsamsten Denkmäler in der Geschichte des Hotelbaus. Etwas Vergleichbares finden Sie heute nicht mehr in Deutschland“, betont Geb- hardt. Ende des Jahres wird das „Hôtel de Pologne“ fertiggestellt und die Säle werden der Öffentlichkeit übergeben. Bereits jetzt gibt es unzählige Nut- zungsanfragen für die Ballsäle. Diese können für Anlässe jeder Art gemietet werden. Im Erdgeschoss sind wie frü- her Einzelhandelsflächen entstanden. Die übrigen Etagen wurden von dem Unternehmen Leipziger Foren Holding GmbH bezogen. ♥ www.stadtbau.com

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