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Leipzig - Näher dran 04_2013

10 Internationaler Rang » Das Leipzi- ger Ballett zählt heute zu den großen internationalen Kompanien. Seine Ursprünge reichen bis ins späte 17. Jahrhundert zurück. In den 40er-Jahren des 20. Jahr- hunderts setzte Mary Wigman mit ihrer Choreografie für Carl Orffs „Carmina Burana“ – mit Stilmitteln LEIPZIGER BALLETT des Ausdruckstanzes – einen Meilen- stein. Die Einleitung einer neuen Ära erfolgte 1991 mit dem Antritt von Uwe Scholz als Ballettdirektor und Chefchoreograf. Seiner ersten Leipziger Premiere „Die Schöpfung“ folgten sinfonische Ballette wie „Die Große Messe“, „Siebente Symphonie“ und „Bruckner 8“, die auf Gastspielen spiegelt sich auch und vor allem in der Zeit vor Weihnachten wider. „Natür- lich würde es mich freuen, wenn sich jeder zur Weihnachtsfeier beschenkt.“ Und dann fügt er lächelnd an: „Aber die stellen sich alle an.“ Buntes Weihnachtsfest Das Leipziger Ballett besteht nach Aussage des Ballettdirektors übri- gens komplett aus „Partyhaien“. Die Weihnachtsfeier dauert dementspre- chend lange. Und was machen sie am 24. Dezember? „Na, gemeinsam Weihnachten feiern“, meint Isis ganz selbstverständlich. „Die anderen sind sozusagen meine Leipziger Familie. Also treffen wir uns alle, kochen, er- zählen, tanzen und begehen das Fest auf unsere besondere Weise.“ Tyler nickt. „Jeder bringt etwas anderes mit: Salat, Kartoffelgratin, Wein, was man so braucht. Dann ist es wirklich Weihnachten – eben nur ohne Fa- milie“, erzählt der 24-Jährige. „Und wir essen ’ne Menge! Die Eltern, die zu Besuch da sind, kommen einfach mit“, ergänzt Isis. In das Company- Weihnachtsdinner fließen dann unter anderem polnische, amerikanische, japanische, norwegische, italienische und brasilianische Elemente ein – Abwechslung ist garantiert. Dass ein solches Miteinander nicht selbstverständlich ist, be- stätigen die Tänzer unisono. „Das Ballett in Leipzig ist sehr familiär. Das gibt es bei anderen Kompanien nicht. Es ist schwer, ein Ensemble wie dieses zu finden – an Weihnachten merkt man das ganz deutlich“, sagt Isis Calil de Albuquerque. Tyler stimmt dem zu: „Die anderen Balletttänzer sind für mich Freunde und nicht nur Kollegen.“ Eine Stadt Im Hype Diese Atmosphäre ist das Verdienst von Mario Schröder. Von 1983 bis 1999 war er selbst Erster Solist beim Leipziger Ballett – ab 1991 unter der Leitung von Uwe Scholz. „Die Erfah- rungen aus dieser Zeit fließen heute » » Seit 2010 dabei: Tänzerin Isis Calil de Albuquerque (o.) und Mario Schröder, Chefchoreograf und Ballettdirektor. Das Musiktheater in Leipzig hat seit 320 Jahren Traditi- on. Bereits 1693 wurde das erste Opernhaus am Brühl als drittes bürgerliches Mu- siktheater Europas eröffnet. Von 1956 bis 1960 wurde das heutige Opern- haus am Leipziger Augustusplatz errichtet (l.). Rechts: Impression aus „Pax questuosa“ („Der klagende Friede“). in ganz Europa und in Hongkong gezeigt wurden. Nach dem Tod von Uwe Scholz 2004 setzte der neue Ballettdirektor Paul Chalmer mit einem dreijährigen Strawinsky- Zyklus wesentliche Akzente. Mario Schröder übernahm die Ballettkompanie 2010/2011. ♥ www.oper-leipzig.de

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