Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Leipzig - Näher dran 03_2014

9 In Vorbereitung auf das Lichtfest Leipzig initiierten die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) und die Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH Mitte Juni einen Workshop. Das Symposium „Wir sind das Volk“ stimmte auf das Jubiläum 25 Jahre Friedliche Revolution ein. Historiker, Künstler und Medienwissenschaftler analysierten die Losung „Wir sind das Volk“ und betrachteten diese im Kontext aktueller politischer Konflikte. Zu den Rednern zählten unter anderem die Lichtfest-Künstler Ulrich Polster und Mischa Kuball sowie Radjo Monk und Edith Tar. Ulrich Polster, der die Lichtfest-Besucher am Tröndlinring durch einen Klangraum zur Reflexion animieren wird, resümierte: „Die Teilnahme am Lichtfest hat für mich als Leipziger, der ich die Friedliche Revolution unmittelbar miterlebt habe, eine besondere Bedeutung. Dieser Moment der Rückschau auf das Ereignis vor 25 Jahren, das ist ein sentimentaler Moment.“ Der Lichtkünstler und Professor für Medienkunst Mischa Kuball wird auf dem Wilhelm- Leuschner-Platz mit „white space – kritisches Denken braucht Zeit“ ein Lichtobjekt schaffen. Im Rahmen des Symposiums sagte er: „Mit dem Lichtfest wird das Versprechen an die Demokratie jährlich erneuert. Das ist eine tolle Sache und deswegen freue ich mich, dass ich mitwirken darf. Mit meinem Projekt will ich die Energie, die damals vor 25 Jahren von 70.000 Menschen ausging, erneut vergegenwärtigen.“ Ein zweiter Workshop steht Anfang September unter dem Thema „Wir sind das Volk! – Was sind wir für ein Volk? – Und wer ist Volker?“. Von Jugendlichen initiiert und mit Unterstützung des soziokulturellen Zentrums „Der ANKER“ umgesetzt, diskutieren die Teilnehmer mit Zeitzeugen und Experten über die Bedeutungsverschiebung des Satzes „Wir sind das Volk“. „Das Ergebnis ist als Klangcollage zum Lichtfest Leipzig zu hören. Über den von detektor.fm installierten Stadtfunk können die Besucher die Stimmungen und das Fazit unserer Teilnehmer erleben“, erklärt Liesbeth Nenoff, die den Workshop gemeinsam mit Hannah Church leitet. „Wir sind das Volk“ – damals und heute? Zwei Workshops im Vorfeld Im Rahmen des HGB-Symposiums: die Lichtfest-Künstler Ulrich Polster, Edith Tar, Radjo Monk und Mischa Kuball (von links nach rechts). » Slogan „Wir sind das Volk“ im Fo- kus. Die Bedeutung der Kirchen für die Friedliche Revolution greift Jür- gen Meier auf. Er verbindet die drei Gotteshäuser verschiedener Konfes- sion am Ring mit der Performance „Hoffnung und Enttäuschung“. Am Richard-Wagner-Platz entsteht ein Klangraum, in dem Live-Interpreta- tionen von Die Art, Sebastian Krum- biegel und Mitgliedern der Gruppe Renft „Gefühlslandschaften im urba- nen Raum“ transportieren. An Stati- on 9 – dem Museum in der „Runden Ecke“, der ehemaligen Stasizentrale – konfrontiert die Berliner Künstlerin Yvon Chabrowski die Lichtfest-Teilneh- mer mit Demonstrationsszenen. Der Geschäftsführer des Deutschen Lite- raturinstituts Leipzig Claudius Nießen kombiniert am Dittrichring Video- und Textinstallation mit Live-Performance. In „Return on Investment“ zeigt er Chancen und Möglichkeiten sowie Ri- siken und Verluste seit 1989 auf. Beitrag aus der Partnerstadt „I vote, I build!“ heißt es an der Fas- sade des Neuen Rathauses. Via Video- mapping, einer Kunstform, die ganz bewusst die Architektur des Gebäudes einbezieht, interpretiert das Théoriz Studio aus Lyon die Facetten von Wahl- freiheit – zwischen Errungenschaft und Verpflichtung. Jonathan Richer nutzt Animationen, Grafiken und Typogra- fien, um dem Betrachter die Gesell- schaftsmodelle Diktatur und Demokra- tie bewusst zu machen. „Ein Projekt im Geist der Friedlichen Revolution vor- zubereiten, ermöglicht es uns, unser eigenes Zeugnis für diese Zeit abzule- gen, die das Gesicht Europas komplett verändert hat. Wir erinnern mit unse- rer Installation an jene bedeutsamen Ereignisse, die damals Geschichte ge- schrieben haben“, so Richer. Familienbilder der 80er und 90er Vorbei am Lichtobjekt „white space“ des Düsseldorfer Künstlers Mischa KuballundamMosaik„Glückspalast“von Studierenden der HTWK Leipzig ➸

Seitenübersicht